Folge #7 – Vegan unterwegs: so klappt’s!

VEGANES FAMILIENLEBEN

DER PODCAST

Egal ob Beruf, Hobby, Freunde oder Urlaubs-Wochenende – es gibt viele Gründe, länger unterwegs zu sein. Trotz Vegan-Trend sollte man als Veganer vor einer Reise oder einem Ausflug lieber ein wenig voraus planen. Denn nicht jede Restaurant-Küche ist so gut ausgestattet, wie die eigene. Wie du das am besten machst, erfährst du in dieser Podcastfolge. Viel Spaß beim Reinhören!

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SHOWNOTES ZUR EPISODE

Vegan in der Mittagspause

Wenn Du eine Kantine in deinem Bürogebäude hast, ist das schon eine Ausnahme. Aber selbst dann musst du schon wirklich Glück haben, dass du dort etwas veganes findest. Denn oftmals bieten diese Betriebskantinen nicht viel Abwechslung und selbst Vegetarier haben es oft schwer, dort anderes zu finden als einfachen grünen Blattsalat.

Wenn du aber eine Küche mit Kühlschrank und Mikrowelle im Bürogebäude hast, kannst du am Vorabend immer auch eine Portion mehr zubereiten und sie dann abgefüllt in einer Box oder einem Einmachglas am nächsten Tag mit zur Arbeit nehmen. So handhabe ich es auch, wenn ich zu meinem aktuellen hauptberuflichen Job ins Büro nach München fahre.

Selbst wenn du keine Möglichkeit hast, deine Mahlzeit aufzuwärmen, kannst du immer noch Salate, Sandwiches oder Rohkost mit etwas Dip mitnehmen. Das lässt sich alles gut in Brotdosen oder Einmachgläsern einpacken. Besonders gut funktioniert das mit einem proteinhaltigen, bunten Mix aus gebratenen Nahrungsmitteln wie beispielsweise Reis, aber auch Kartoffeln oder Nudeln, zusammen mit Bohnen (Kidneybohnen mit Mais, Kichererbsen) und Gemüse wie angebratene Zucchini, Pilze und Paprika, oder auch Tomate und Gurke. Achte dabei immer darauf, dass du nicht allzu viel Öl hinzugibst und die Zutaten nicht zu weich kochen lässt, damit du am Ende keine matschige und unappetitliche Pampe hast. Auch bei Salaten kann ich nur dazu raten, das Dressing in einem separaten Behälter zu transportieren und erst kurz vor dem Verzehr hinzuzugegeben. Ansonsten ist auch dein Blattsalat völlig durchgeweicht und schmeckt nicht mehr frisch.

Im Sommer nehme ich mir gerne einen Couscous- oder Quinoasalat mit Kichererbsen, Tomate, Gurke, Paprika, Radieschen und selbstgemachten Feta-Käse aus Tofu mit. Im Winter darf es stattdessen gerne ein Linseneintopf oder eine Kürbissuppe mit Brot sein. Wenn es besonders warm ist und wir im Büro um die 30 Grad haben, nehme ich oft auch nur etwas Rohkost mit (Paprika, Möhren mit Hummus, Apfel) oder ein paar Nüsse mit.

Mit dem Frühstück kannst du übrigens genauso verfahren. Ich verlasse das Haus meistens schon um 5:30 Uhr morgens und frühstücke dementsprechend erst im Büro. Dafür nehme ich mir gerne ein paar Overnight Oats (Haferflocken, Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen mit Hafermilch gemischt und etwas Sojajoghurt dabei) mit und richte sie im Büro mit etwas frischem Obst, Nüssen und Kernen an.

Vegan unterwegs mit Freunden

Wie schon gesagt: es gibt aktuell einen Vegan-Boom. Aber trotzdem haben selbst 2020 noch viele Restaurants einen grißen Nachholbedarf in puncto Veganfreundlichkeit. Das soll aber natürlich nicht heißen, dass du mit deinen Freunden gar nicht mehr auswärts Essen gehen kannst. Du solltest es nur im Voraus planen und dich nicht auf dein Glück verlassen.

Es ist immer hilfreich, selbst im Vorfeld zu recherchieren, welche Restaurants es in eurer Umgebung gibt, bei denen ihr alle etwas findet. Gerade bei italienischen, indischen und asiatischen Lokale findet man oftmals einige vegane Gerichte oder zumindesz vegetarische Optionen, die sich dann problemlos veganisieren lassen. Beim Italiener gibt es beispielsweise die klassische Pasta mit Tomatensauce, oder du kannst deine Pizza einfach ohne Käse bestellen. Und die asiatische und indische Küche kennt Milchprodukte kaum, sodass die meisten Currys einfach aus Gemüse, Tofu und einer Sauce aus Kokosmilchbasis bestehen. Da musst du dann eher darauf achten, dass bei der asiatischen Küche keine Fischsauce als Basis verwendet wird, genauso wie Butterschmalz (Ghee) beim indischen Lokal. Da hilft es, einfach das Personal vor Ort zu fragen.

In einem „gut bürgerlichen“ Lokal mit deutscher Küche ist es leider eher schwer, sich vegan zu ernähren. Außer einem langweiligen Blattsalat findet man da nicht unbedingt etwas. Aber auch da frage ich das Personal bewusst nach veganen Gerichten. Zum einen möchte ich zeigen, dass es eine Nachfrage nach solchen Gerichten gibt. Und zum anderen findet man dann oft eine Lösung, wie man auch etwas anderes als einen Blattsalat vegan gestalten kann. Schließlich werden ja zu den meisten Gerichten Kartoffeln, Nudeln oder Reis mit Gemüse als Beilage serviert. Aus diesen Beilagen kreiieren einige Köche auch gerne ein individuelles veganes Gericht, das wirklich lecker sein kann.

Auch beim Griechen muss man nicht leer ausgehen! Ich kombiniere da gerne verschiedene Vorspeisen mit Beilagen. Beispielsweise sind die gefüllten Weinblätter mit Reis eigentlich immer vegan. Dazu nehme ich gerne den Reis (meistens mit Tomatenpaste und Erbsen verfeinert) und gebratenes Gemüse der Saison. Durchforstet da einfach mal die Speisekarten eurer Restaurants und lasst auch den Beilagen- und Vorspeisenteil nicht aus. So kommt man am Ende meistens sogar kostengünstiger raus und hat trotzdem eine vollwertige und leckere Mahlzeit.

Vegan auf einer Party

Deine engsten Verwandten und Freunde wissen ohnehin, das du dich vegan ernährst und werden dir dementsprechend eine vegane Option anbieten. Wenn du aber auf einer Veranstaltung eingeladen bist, wo du die Gastgeber nicht ganz so gut kennst, solltest du nicht automatisch erwarten, dass dein Gastgeber deine Ernährungsgewohnheiten berücksichtigt. Es ist aber anders herum auch nicht so angenehm, jedes Mal zu betonen, dass du vegan lebst. Dann kommt es nämlich leider oft vor, dass du den Abend lang nur belächelt wirst oder dir irgendwelche doofen Sprüche anhören musst.

Das ganze kannst du umgehen, indem du schon direkt bei der Einladung nachfragst, was du zum Buffet beisteuern kannst. Denn für die anderen Gäste ist es völlig irrelevant, ob deine selbstgebackenen Muffins oder die Baguettes mit Hummus und Currypulver vegan sind. Sie interessiert es viel mehr, ob die Gerichte schmecken! Und so hast du nicht nur eine vegane Option mehr auf der Veranstaltung, sondern du hast deinem Gastgeber auch gleichzeitig etwas Arbeit abgenommen. Da wird er sich sicherlich auch drüber freuen!

Wenn es aber nicht möglich oder erwünscht ist, dass du etwas zum Buffet beisteuerst, dann wirst du meistens trotzdem noch vegane Beilagen finden (Grundnahrungsmittel wie Reis, Kartoffeln, Nudeln werden oftmals eh separat serviert, genauso wie Salat und Rohkost). Du kannst dann einfach kein tolles 5-Sterne-Gericht erwarten, aber für dein einen Abend ist das ja auch nicht so dramatisch.

Vegan im Urlaub

Je nachdem, wie weit man sich von seiner Heimat entfernt, kann die Kommunikation aufgrund der Sprachbarriere eher schwierig werden. Dann kann es gar nicht so leicht sein, dem Gegenüber zu vermitteln, dass man keine tierischen Lebensmittel essen möchte.

Auch schon bei der Anreise mit dem Flugzeug kann es gar nicht so leicht sein, ein veganes Gericht zu bekommen. Das kann man zwar speziell anfragen – ob es dann aber tatsächlich klappt ist eine andere Sache. Deswegen habe ich immer eine Art Notfallration dabei, falls es eben mal kein veganes Gericht gibt oder ich Verspätung mit Bus, Bahn oder Flugzeug habe. Ich nehme meistens Müsliriegel, Energiekugeln, Trockenfrüchte oder Nüsse mit. Zusätzlich schmiere ich mir meistens ein Sandwich – das darf man selbst ins Flugzeug mitnehmen. Gleiches gilt für Obst und Gemüse. Aber das findest du natürlich auch vor Ort im Zielland.

Ich versuche auch schon bei der Auswahl der Unterkunft darauf zu achten, ob es dort vegane Optionen (zumindest beim Frühstück) gibt. Das lässt sich oftmals aus Bewertungen oder den Infos auf der Website herauslesen. Wenn nicht, stelle ich einfach vorab eine Anfrage oder rufe im Hotel an und erkundige mich, ob es ein veganes Frühstückangebot gibt. Denn in den meisten Hotels wird Müsli und Obst zum Frühstück gereicht. Ich frage dann nach einer Pflanzenmilch dazu – und entweder ich nehme mir dann selbst eine mit und lagere die angebrochene Packung danach im Hotelkühlschrank oder das Hotel hat bereits Sojamilch vor Ort.

Alternativ mieten wir uns auch gerne statt eines üblichen Hotelzimmers ein kleines Apartment für den Urlaub. Da findet man eine kleine aber feine Küch, in der man sein eigenes Frühstück und auch Lunchboxen für unterwegs zubereiten kann. Und selbst wenn es in den Lokalen vor Ort abends keine vegane Option gibt, kann man dann in der eigenen Küche etwas leckeres zaubern. Das ist auch schonender für den eigenen Geldbeutel. Ansonsten gelten natürlich für das Auswärts-Essen im Urlaub die gleichen Tipps wie schon zuvor genannt.

Ansonsten kann ich euch auch die Website Happy Cow sehr ans Herz legen. Hier kannst du nach veganen und vegan-freundlichen Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten auf der ganzen Welt suchen und deinen Urlaub entsprechend planen.


Damit sind wir auch schon wieder am Ende. Ich hoffe, ich konnte dir mit dieser Folge das Leben als Veganer unterwegs etwas vereinfachen. In der nächsten Woche greife ich dann eure Fragen rund um die vegane Ernährung für Kinder auf und beantworte sie in einer Podcastfolge.

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